Während zu dieser Jahreszeit die Salmoniden ihre Eier ablegen, wurden im Alten Aggerbett hinter dem Wehr drei Türme am Stau Ehreshoven I umfangreiche Baggerarbeiten betrieben, wodurch Feinsediment aufgewirbelt wurden.
(Wassernetz NRW)
Wer dieser Tage am Alten Aggerbett am Wehr 3 Türme in Ehreshoven spazieren geht, dem fällt auf, dass Bagger hinter dem Tosbecken ein Gerinne geschoben haben. Für die Bagger wurde ein Weg von der Wasserkraftanlage Ehreshoven I in das Gewässer etwa 80 Meter unterhalb des Wehrs gebaut. Dabei wurde Aushub bis in das Wasser geschüttet (siehe Bilder). Recherchen ergaben, dass der Zweck der Maßnahme die Verfüllung eines etwa 6 Meter tiefen Kolks mit Findlingen ist. Der Kolk war über die Jahre dadurch entstanden, dass bei Hochwässern das rechte Grundwehr hochgezogen wird. Durch den Kolk ist möglicherweise die Standsicherheit der Wehranlage gefährdet und es besteht Handlungsbedarf.
Diese Maßnahme war von der Bezirksregierung Köln wohl ohne Abstimmung mit ihrer Oberen Fischereibehörde genehmigt worden. Diese hätte darauf hingewiesen, dass zu dieser Jahreszeit die Salmoniden ihre Eier im Kies ablaichen und ein Herumfahren von Baggern im Flussbett nicht genehmigungsfähig ist. Die Folge von der Baggeraktivität in der Agger ist nämlich, dass Feinsedimente mobilisiert werden, die die Eier, die auf Sauerstoffzufuhr angewiesen sind, "verkleben" so dass die Eier absterben
Als die Bezirksregierung von fachkundiger Seite darauf hingewiesen wurde, hat sie erfreulicherweise umgehend die Bagger-Aktivitäten gestoppt. Die Agger ist zwar bislang ein degradierter Lebensraum, aber immer noch ein Lebensraum.
Dringend erforderlich ist, dass die gesetzlich vorgeschriebene Mindestwassermenge in das Alte Aggerbett eingeleitet wird, damit ein Habitat auch für Lachse ermöglicht wird. Besser wäre es natürlich, dass so schnell wie möglich das Wehr 3 Türme rückgebaut wird. Neben den anderen guten Gründen für eine frei fließende Agger, auf die wir wiederholt hingewiesen haben, würden auch solch kostenintensive Maßnahmen wie jetzt auf Dauer entfallen.