Regionalgruppe Köln

Das Ründerother Aggerwehr beschäftigt den Umweltausschuss

04. April 2022 | Agger, Flüsse & Gewässer, Kreisgruppe Oberberg, Naturschutz

Das Ründerother Aggerwehr bei erhöhtem Wasserstand im Winter.  (F. Meyer)

Die Fischtreppe am Ründerother Aggerwehr wurde durch das Hochwasser zerstört und das Ufer unterspült. Da die Durchgängigkeit herzustellen ist, gibt es zwei Möglichkeiten: zum einen die Sanierung der Fischtreppe, die zwar liebevoll mit Grauwacke eingemauert wurde aber nicht funktionierte oder der Umbau Rückbau des Wehres durch eine raue Rampe. Claus Wittke, Sachkundiger Einwohner für den NABU im Planungs- und Umweltausschuss, hat für die Sitzung am 07.04.2022 nunmehr einen Antrag eingebracht, der die zweite Möglichkeit favorisiert und begründet:

Die Fischtreppe am Ründerother Aggerwehr wurde durch Hochwasser zerstört. Die Verwaltung möge zusammen mit der Bezirksregierung Köln und dem Aggerverband eine Lösung konzepieren, wie eine funktionierende Durchgängigkeit durch eine raue Rampe und nicht durch einen kostenintensiven Wiederaufbau einer Fischtreppe hergestellt werden kann.

Begründung:

Die Landesregierung hat wiederholt zu den Aufgaben der Gewässerbewirtschaftung festgestellt, dass an herausragend erster Stelle die Verbesserung der Gewässerstrukturen und die Durchgängigkeit in den Fließgewässern steht. Dort, wo eine Wasserkraftnutzung Bestand haben soll, ist eine Fischauf-und Abstiegsanlage zu errichten. Dort, wo es keine Nutzung des Gewässers gibt, bietet sich der Rückbau des Querbauwerkes an, damit die Wasserlebewesen und das Geschiebe passieren können und ein möglichst lange zusammenhängende barrierefreie Fließgewässerstrecke entsteht. Für einen guten Zustand des Gewässers ist nicht nur die Passierbarkeit für Lebewesen wichtig, sondern auch die Mobilität des Geschiebes, damit der Lebensraum die notwendige Dynamik entfalten kann.

In der vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz herausgegebene Studie "Lebensraumgewinnung durch Rückbau von Querbauwerken" wurde das Ründerother Aggerwehr in die Prioritätenklasse A aufgenommen. Der Flussabschnitt zwischen der Stauanlage Haus Ley und dem Wiehlmündener Wehr gehört zur Äschenschutzkulisse. Durch die Schaffung der Durchgängigkeit wäre eine Voraussetzung gegeben, dass die Äsche wieder Entwicklungsmöglichkeiten in dem Flussabschnitt hat.

Der Aggerverband verfügt über Erfahrungen, wie er zur Zeit am Mühlenwehr in Wiehl unter Beweis stellt, die Barrierefreiheit hergestellt werden kann. Bei der Konzeption für eine Ründerother Lösung sollen der Heimat- und Verschönerungsverein Ründeroth, die Ründerother Angler, der Rheinische Fischereiverband, die NABU - Ortgruppe Engelskirchen, das Landesbüro der Naturschutzverbände und das Wassernetz NRW einbezogen werden.

Die Förderung der Durchgängigkeit durch das Land Nordrhein Westfalen findet auf der Rechtsgrundlage "Förderrichtlinie Hochwasserrisikomanagement und Wasserrahmenrichtlinie - FöRL HWRM/WRRL" statt.

Nachtrag:
Der Planungs- und Umweltausschuss des Rates der Gemeinde Engelskirchen hat am 07.04.22 einstimmig einen Prüfauftrag zur Zukunft der Durchgängigkeit des Ründerother Aggerwehrs beschlossen."

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