Junge Union Gummersbach Interessiert sich für die Agger

05. Juli 2026 | Agger, Energiewende, Flüsse & Gewässer, Kreisgruppe Oberberg, Lebensräume, Nachhaltigkeit, Naturschutz

Eine Zufallsbekanntschaft im Schienenersatzverkehr nach Köln hatte Folgen.

Mitglieder der Jungen Union Oberberg Gummersbach mit ihrer Vorsitzenden Sonja Wolfslast (2.v.li.) und Friedrich Meyer bei der Begehung der Agger am alten Aggerbett. Mitglieder der Jungen Union Oberberg Gummersbach mit ihrer Vorsitzenden Sonja Wolfslast (2.v.li.) und Friedrich Meyer bei der Begehung der Agger am alten Aggerbett.  (Friedrich Meyer)

Der Mitherausgeber des Aggerbriefs, Friedrich Meyer, warb für seine Vorstellung von der Zukunft der Agger, sein junger Mitreisender, der für die Junge Union unterwegs war, zeigte sich interessiert. Die Einladung zu einer Führung hatte zur Folge, dass es zu einem Treffen mit fünf engagierten jungen Leuten der Jungen Union Gummersbach am Wehr "Drei Türme" in Engelskirchen-Ehreshoven kam. 

Meyer stellte hier die Situation an dem Ort, wo gewöhnlich die Führungen beginnen, vor. Bis hierhin ist die Agger von der Landesregierung als Zielartengewässer für Lachs und Aal ausgewiesen. Im Normalfall kommen aber die Lachse nach ihrem langen Weg vom Atlantik nicht bisher weil in das alte Aggerbett zu wenig Wasser gelassen wird, um einzelne längere Flachstellen-Hindernisse zu überwinden. Obwohl der Rat der Gemeinde Engelskirchen sich seit 2014 mehrfach dafür eingesetzt hat, die gesetzlich vorgeschriebene Mindestwassermenge gegenüber dem Betreiber, der bayrischen Aggerkraftwerke GmbH & Co.KG, durchzusetzen, ist dies bislang nicht passiert. Dies hätte im Übrigen auch die Folge, dass der Aggerverband nicht mehr wie bisher etwa 50000 Euro für das Aggerwasser bezahlen muss, das er für das alte Aggerbett als Vorfluter seines dortigen Klärwerkes vorweisen muss.

Meyer empfahl beim Spaziergang entlang der alten Agger, sich hier einmal morgens ruhig hinzusetzen und die Natur zu beobachten. Wenn man, wie er es mit seiner Frau unternommen hat, dann den Eisvogel beim Jagen durch Sturzflug beobachten kann, dann vergisst man dies nicht mehr.

Bevor an der Wasserkraftanlage Ehreshoven I über die Sinnhaftigkeit der Stromgewinnung an der Agger diskutiert wurde, machte noch ein Erholungssuchender an der Hängebrücke am Naturschutzgebiet Kastor ein Bild von den Teilnehmern (siehe Bild oben).

Dass die Gesellschaft den Ausbau von regenerativem Strom braucht war unbestritten. Meyer vertrat aber die Auffassung, dass es nicht reicht, lediglich die gesetzlichen Vorgaben des Wasserhaushaltsgesetzes, also Mindestwasserführung in das Mutterbett, Durchgängigkeit und Fischschutz durchzusetzen. Wenn der Wasserkraftbetreiber diese Vorgaben einhalten würde, was wegen des finanziellen Aufwands schwer vorstellbar wäre, dann wäre die Agger als Lebensraum wegen der mit Sedimenten befrachteten Stauanlagen immer noch zerstört. Eine freifließende Agger ohne Stauanlagen sei für die Biodiversität notwendig und im gesellschaftlichem Interesse. Die Vorsitzende der Jungen Union Gummersbach, Sonja Wolfslast, verlangte daraufhin von der Politik, dass eine Entscheidung getroffen werden muss, was aus der Agger werden soll.

Anschließend besuchte man noch die Stauanlage Ohl-Grünscheid, wo entgegen der gesetzlichen Bestimmung alles Wasser zur Wasserkraftanlage abgeleitet wird und man ein Aggerbett ohne Aggerwasser beobachten kann. Die Situation hatte im Sommer letzten Jahres, als die Aggerkraftwerke auch aus der Wasserkraftanlage kein Wasser mehr in die Agger gelassen hatten um wieder aufzustauen, zu dem Fischsterben geführt um das sich seither die Schwerpunktstaatsanwaltschaft kümmert.

Zum Abschluss stellte Sonja Wolfslast noch einmal heraus, dass man sich um die Agger und alle Gewässer in der Region kümmern und das Augenmerk auf diese Thematik lenken müsse. 

Friedrich Meyer bedankte sich für das Interesse und bescheinigte der Jungen Union Oberberg, dass sie mit der Führung hier Vorreiter bei den Jugendorganisationen gewesen sei. Die Veranstaltung mache ihm Mut, auch andere gesellschaftliche Gruppen anzusprechen. Abschließend wünschte er der anwesenden jungen Generation, dass sie sich in seinem Alter an einer freifließenden Agger erfreuen könne.

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