Regionalgruppe Köln

Mikroverunreinigungen in der Agger und die Spurenstoffstrategie des Bundes

29. September 2021 | Agger, Chemie, Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Ressourcen & Technik, Umweltgifte

BUND beteiligt sich intensiv und erfolgreich an Dialogprozessen.

Großer Auflauf im April 2019 bei Umweltministerin Svenja Schulze: Vertreter von Industrie, Behörden, Verbänden einigen sich auf ein Vorgehen zur Verringerung der Schadstoffbelastung in Gewässern. Mittendrin, 9.v.r., Paul Kröfges vom BUND, Vertreter der Naturschutzverbände beim Aggerverband.  (BMU)

... wissenschaftliche Untersuchung hierzu mit Verweis auf Agger-Aktivitäten.

Der Fortschritt der Analysentechnik machte in den letzten Jahren in allen Gewässern das Ausmaß der chemischen und mikrobiologischen Belastung deutlich. So finden sich auch in der Agger u.a. Rückstände von Arzneimitteln, Industrie- und Haushaltschemikalien und Pestizide sowie Legionellen und antibiotikaresistente Bakterien im Fluss unterhalb von Kläranlagenzuläufen, wie dies u.a. Untersuchungen des BUND eindrucksvoll belegten.
Für den BUND steht daher seit längerem fest, dass neben gezielten Behandlungsmaßnahmen bei den Verursachern auch an der Agger der Ausbau bestimmter Kläranlagen um eine 4. Reinigungsstufe unvermeidlich ist.
Dies gilt auch bundesweit. Mittlerweile haben wissenschaftliche Studien belegt, dass Gewässerrenaturierungen oft nicht das gewünschte ökologische Ergebnis, nämlich mehr Artenvielfalt und gesunde Populationen,  erreichen, wenn nicht auch gleichzeitig die Gewässergüte durch eine weitere Klärstufe verbessert wird. Es genügt aber nicht, nur am Ende der Kette zu handeln. Der BUND hat daher immer gefordert, dass auch die Verursacher in die Pflicht genommen werden, den Eintrag problematischer Stoffe in die Gewässer zu verringern und sich daher seit 2016 am sogenannten Spurenstoffdialog intensiv beteiligt, bei dem es auch eine Arbeitsgruppe zur „Herstellerverantwortung" gibt.
2019 gab es erste Ergebnisse, die u.a. zu sogenannten "Runden Tischen" zu besonders problematischem Chemikalien führten. Hier hat sich für den BUND Paul Kröfges, Vertreter der Naturschutzverbände im Aggerverband, intensiv eingebracht und an den ersten Runden Tischen zu "Röntgenkontrastmitteln" und dem besonders problematischen Schmerzmittel "Diclofenac" mitgewirkt. Hierzu werden in Kürze Ergebnisse vorgelegt, über die noch gesondert berichtet wird.  
Zu dem besonderen Engagement des BUND in diesem Bereich gibt es mittlerweile einen hochinteressanten wissenschaftlichen Artikel in der Zeitschrift für Politikwissenschaft, der dies sowohl vom strategischen Ansatz her als auch von der Wirksamkeit her intensiv untersucht. Hierbei wird besonders auf die BUND Aktivitäten an der Agger verwiesen, die als durchaus beispielhaft und wirksam beschrieben werden und sicher für alle Agger-Freundinnen und Freunde von Interesse sein dürften.

Kontakt:  BUND- NRW e.V. - Regionalgruppe Köln, Paul Kröfges, paul.kroefges(at)bund.net, 0173 2794489

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