Regionalgruppe Köln

Saubere Lösung für die Stauanlage Osberghausen

31. Juli 2022 | Agger, Energiewende, Flüsse & Gewässer, Kreisgruppe Oberberg, Lebensräume, Naturschutz

Wassernetz NRW weist auf Förderprogramm des Bundes zum Rückbau hin.

Nach dem Abstau der Anlage Osberghausen im Frühjahr 2021 wurden die Umweltbestastungen sichtbar. Belastete Sedimente, die zudem noch Methan produzieren, und jede Menge "normaler" Müll kamen zum Vorschein.  (F. Meyer)

Der SPD-Ratsherr Peter Dickmeyer hat sich für den "Rundblick" beim Aggerverband erkundigt und einen Artikel "Neue Fischtreppe Osberghausen" verfasst. Abgesehen davon, dass es keine alte Fischtreppe gibt, war der Bau einer Fischtreppe für Fischauf- und Fischabstieg innerhalb von zwei Jahren Bedingung für die 2016 erteilte Erlaubnis zum Anstauen der Agger.

Im Jahr 2020 gelangte das Wassernetz NRW mit Hilfe des Umweltinformationsgesetzes an die Erlaubnis, in der detailliert beschrieben wurde, welchen Schaden die Fische beim Bau einer Fischtreppe nehmen würden, weil aufwandernde Fische nicht zur Fischtreppe, sondern wegen der Hauptströmung, der sie folgen, in den 200m darunter liegenden Turbinengraben schwimmen würden. Die nunmehr offen liegende Fehlplanung veranlasste den Aggerverband zu einer Neuplanung, die unter anderem eine elektrische Fischscheuche vorsieht. Eine abschließende Genehmigung für das zum Großteil vom Steuerzahler zu tragende umgeplante Millionenprojekt liegt laut dem zuständigen Abteilungsleiter des Aggerverbandes, Wim Dissevelt, immer noch nicht vor.

Die Umweltverbände BUND und NABU forderten im April den Aggerverband auf, die Stauanlage zurückzubauen, statt eine teure und nicht funktionierende Fischtreppe zu bauen. Dies auch, weil die Bundesregierung im Entwurf des Osterpaketes darauf hingewiesen hatte, dass die Kleine Wasserkraft, gemessen an dem gewässerökologischen Schaden, nicht förderungswürdig sei. Leider wurde die Förderung abschließend bei Verabschiedung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes beibehalten.

Die Logik des Aggerverbandes, dass, ausgehend von der bisherigen Undurchlässigkeit, jede minimale Verbesserung ein Gewinn ist, wird vom Wassernetz NRW nicht geteilt. Ein wirklicher Gewinn wäre es dagegen, wenn die Stauanlage zu Gunsten einer frei fließenden und lebendigen Agger zurückgebaut würde, allein schon deswegen, damit nicht weitere Mengen von höchst klimaschädlichem Methan dort produziert werden.

Richtig ist, was im letzten "Rundblick" von Herrn Dickmeyer geschrieben wurde, dass bei Beseitigung des Stauweihers eine große Umweltbelastung zum Vorschein käme, weil sich im Sediment viele Schadstoffe abgesetzt haben. Die aufwändige Entsorgung als einen der Gründe vorzugeben, weshalb man an der belasteten Stauanlage festhält, ist allerdings nicht überzeugend.

Friedrich Meyer, Wassernetz Flussgebietskoordinator für die Agger, empfiehlt stattdessen: "Der Aggerverband sollte sich bemühen, Mittel für den Rückbau und die Sanierung der Stauanlage Osberghausen für eine nachhaltige Gewässerökologie der Agger aus dem vier Milliarden Euro Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz zu bekommen.
Der Bundestag hat im Juli die Bundesregierung aufgefordert, "ein Förderprogramm für den Rückbau von Querbauwerken in Fließgewässern aufzulegen, als Unterstützung für Betreiber*innen kleiner Wasserkraftwerke, die die Energiewende ökologisch und umweltschonend voranbringen".

Es handelt sich hier um eine überarbeitete Version eines Artikels für den Rundblick Engelskirchen. Der Text bezieht sich auf den Artikel "Neue Fischtreppe in Osberghausen" aus dem Rundblick Engelskirchen Nr. 15 vom 22.7.2022 - siehe E-paper Seite 8.

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