Regionalgruppe Köln

"Kerpen blüht auf"

16. März 2018 | Kreisgruppe Rhein-Erft, Lebensräume, Naturschutz, Schmetterlinge, Tiere und Pflanzen, Wildbienen

Start für das neue Projekt des BUND Kerpen.

"Kerpen blüht auf" ein gemeinschaftliches Projekt mit dem BUND.

Die Kolpingstadt Kerpen und der BUND Kerpen haben am 16. März 2018 ein Kooperationsprojekt gestartet, um die Artenvielfalt auf den städtischen Grünflächen zu fördern. Mit im Boot ist die Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW als Fördergeber.

Wie Bürgermeister Dieter Spürck bei dem Pressetermin erklärte, geht es zum einen um die Förderung der Artenvielfalt durch unterschiedliche Mahdintervalle, aber auch durch die Einsaat von Saatgut aus der Region. Auf der Grünfläche an der Brüsseler Straße, wo der Pressetermin stattfand, hatte die Stadtverwaltung schon im Dezember Tausende Blumenzwiebeln einsetzen lassen, um den Insekten im Frühjahr auf der Fläche Pollen und Nektar zu bieten. Monika Maaz und Jutta Schnütgen-Weber nahmen an den Beratungen im Vorfeld teil, wo die Vorarbeiter für Kerpen und für Türnich/Balkhausen/Brüggen ihre Erfahrungen für die Planung einbrachten und mit viel Engagement die Idee einer Änderung der Grünflächen-bewirtschaftung voranbrachten.  

Der BUND führt im Laufe der nächsten beiden Jahre u.a. Führungen durch und organisiert Vorträge zu dem Thema Artenvielfalt im städtischen Bereich. Und gleich am Freitag gab es dann auch den ersten  Vortrag im Soziokulturellen Zentrum in Horrem mit dem Referenten Philipp Unterweger von der Uni Tübingen.

Vortrag "Die Initiative Bunte Wiese Tübingen"

Philipp Unterweger stellte zu Beginn seines Vortrags die Situation der Lebewelt in unserer Umwelt mit eindringlichen Worten vor. Vor ca. 10 Jahren startete er mit anderen Studenten die Initiative "Bunte Wiese in Tübingen", bei der es nicht um aufwändige Neugestaltung von Flächen geht, sondern um den Mut, weniger zu tun. Kein leichtes Unterfangen im Schwabenland, wie er deutlich machte. Zum einen wurden Flächen seltener im Jahr gemäht, zum anderen probierte man unterschiedliche Mahdzeitpunkte im Jahr aus. Die Studenten gingen u.a. der Frage nach: Wo stecken die Insekten im Winter? Mit wissenschaftlichen Methoden und besonderen Insektenfallen wurde diese Frage untersucht und das Ergebnis war, ca. 10 % der Grünflächen im ersten Jahr  gar nicht zu mähen, sondern erst im Frühsommer des Folgejahres. Viele Insekten überwintern  nämlich in Halmen und Blütenköpfen. Sie haben nur dann eine Chance, wenn diese auch stehenbleiben dürfen. Natürlich hat die Initiative auch Probleme mit  dem Bedürfnis der Bevölkerung nach Ordnung und "sauberen" Flächen gehabt. Deswegen war ein Motto der Initiative "Sinneswandel statt Samenhandel". Ganz zentral sind neben dem "Kampf um jeden Quadratmeter für die Tier- und Pflanzenwelt" die Überzeugungsarbeit und das Werben für eine bunte Natur auch in unseren Städten. Ein rundum interessanter und motivierender Vortrag. Auch Bürgermeister Dieter Spürck und Frau Nelsen als Koordinatorin der Aktion "Kerpen blüht auf" haben sich die Zeit genommen, den Vortrag zu hören. Es ist viel zu tun in Kerpen, aber der erste Schritt ist am 16. März 2018 gemacht worden.

Sie haben Fragen zum Projekt "Kerpen blüht auf"? Melden Sie sich gern bei der BUND Ortsgruppe Kerpen.

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